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„Wer sitzt eigentlich auf der linken Seite von Gott?“ Diese Frage wollte ein Konfirmand geklärt wissen, als wir im Unterricht versucht haben, das Glaubensbekenntnis zu verstehen: Da heißt es: (Jesus ist) “aufgefahren in den Himmel, er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters“, … Gemeint ist damit soviel wie: Jesus ist „die rechte Hand Gottes“. Wer aber auf der linken Seite sitzt, wird nirgendwo erwähnt, auch nicht in der Bibel. Aber wegen der Balance wäre es ja gut, wenn da auch jemand säße, oder? Die Frage des Konfirmanden ist also nachvollziehbar. Pfingsten ist von den großen kirchlichen Festen dasjenige, was sich am schwersten beschreiben lässt. Wahrscheinlich hängt das mit dem Heiligen Geist zusammen, von dem in der Pfingstgeschichte die Rede ist. In der Natur eines Geistes liegt es, dass er schwer zu begreifen ist. Zu Pfingsten, so heißt es in der Bibel, fuhr der Heilige Geist in die Jünger,. Völlig be„geist“ert erzählten die daraufhin allen die gute Nachricht: Gott will, dass die Menschen in Frieden und Gerechtigkeit leben. Jesus hat gezeigt, was Gott damit gemeint hat. Er ist auf Menschen zugegangen und hat ihnen gezeigt, wie wertvoll und wie wichtig sie sind. Oft geschah das gegen die herrschenden Verhältnisse. Er hat ihnen Raum und Zeit geschenkt, und oft genug damit gegen die herrschende Gesellschaftsordnung verstoßen. Dabei spielte es für Jesus keine Rolle, ob Menschen jung oder alt, stark oder gebrochen waren, erfolgreich oder unbedeutend, reich oder arm. Dadurch hat er Grenzen überschritten, ist bekanntermaßen angeeckt, aber er hat auch gleichzeitig Menschen miteinander verbunden, hat ihnen die Augen geöffnet, den Lebenshunger gestillt.
In Jesu Geist machen seine Jünger weiter. Auf Jesu Namen, in seinem Geist werden Christen getauft, weltweit und unabhängig von ihrer Konfession.
Das verbindet und lässt gleichzeitig Unterschiede zu. Denn der Heilige Geist ist beweglich, er setzt damit Christenmenschen in Bewegung.
Die Schöpfungsgeschichte erzählt davon, dass es der Geist Gottes war, der dem Menschen den Atem, das Leben gab. Im Geist Jesu können wir dem Leben ein Gesicht geben. Als Christen sind wir herausgerufen, uns damit auf den Weg in die Welt zu machen. Das ist Kirche! Pfingsten, 50 Tage nach Ostern, bedeutet: Willkommen im Alltag, versuchen wir mal die Sache mit der Auferstehung in unseren Lebenszusammenhängen umzusetzen. Mit der Kraft des Heiligen Geistes, dem Atem Gottes und im Sinne Jesu zu leben, jeder nach den eigenen Möglichkeiten. Dann mal los.
Herzlichen Glückwunsch zum Geburtstag, liebe Kirche, altes Haus!
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